Startseite

Tristan und Isolde

Die Norweger führten ihn
Inzwischen immer mit sich hin,
Und gieng es nur wie
Die giergen Händler sich’s gedacht,
Den versklavten Tristan hätten sie vollbracht.
 
Jedoch ganz anders fügt es der,
Der alle Dinge richtet
Und richtend alles schlichtet,
Dem alle Dinge, Meer und Wind,
Ehrfürchtig zitternd unterthänig sind.
Wie Der es wollte und befahl,
Brach los aufs Meer mit einem Mal
Ein Sturm von schrecklicher Gewalt.

Und die Handelsleut sahn schon bald,
Daß ihres Handelns war nicht mehr
Als daß sie mit dem wilden Meer
Jetzt in den Himmel stiegen,
Um gleich darauf hinab zu fliegen
In den tiefsten Schlund der Höllen.
Es wüteten die Wellen,
Daß von den Schiffsgesellen
Sich keiner aufrecht hielt an Bord
Acht Tage und acht Nächte fort,
Bis ihnen von dem Schwanken
Vergingen die Gedanken
Und alle Kraft gebrochen war.

Da rief denn einer aus der Schar
»Ihr Herren, es ist von Gott gewollt,
Daß wir in Todesängsten leben,
Und kaum noch lebend schweben
In Wasserschlünden über den Abgründen:
Das kommt von unsern Sünden
Daß wir Tristan auf das Meer
Von seinen Freunden lockten.«