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Tristan und Isolde

Inzwischen schlich durch Gras und Blütenpracht
Isold zum Ölbaum in der stillen Nacht,
Doch als sie Tristan kam so nah,
Das eines nun das andre sah,
Blieb jener unbeweglich stehn,
Das war zuvor noch nie geschehn:
Denn kam sie sonst zu ihm gegangen,
So lief er hin, sie freudig zu empfangen.

Das wunderte die Königin.
So kam’s, wie sie mit scheuem Tritt
Dem Baum sich nahte, daß sie da
Im Gras drei Mannesschatten sah.
Und stand doch nur ein einzger dort.

Wir sind verraten, dacht sie, heilger Gott,
Hilf uns, daß wir mit Ehren,
Diesmal nach Hause kehren,
Gewiß, mein Herr Mark ist nahebei.